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Industrie steckt weltweit 900 Milliarden Dollar in Industrie 4.0

mit freundlicher Unterstützung von Einkäufer im Markt


Die deutsche Industrie wird in den kommenden Jahren mehr Geld in Industrie 4.0 investieren. Das geht aus einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor, die am Mittwoch in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Demnach werden die Ausgaben für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, gemessen am Jahresumsatz, bis 2020 im Schnitt von derzeit 3,9 Prozent auf 4,6 Prozent steigen. In Summe sind das 31 Milliarden Euro. Befragt wurden zwischen November 2015 und Januar 2016 Manager aus der ersten und zweiten Führungsebene in 513 Unternehmen aus zehn verschiedenen Industriebranchen. Metalle und Bergbau bilden dabei mit 69 Teilnehmern den größten Einzelsektor.
 
Die Ergebnisse sind Teil einer global angelegten Untersuchung, für die mehr als 2.000 Industrieunternehmen aus 26 Ländern befragt wurden. Laut PwC ist es die bislang größte und umfassendste Studie dieser Art. Dabei wurde eine anspruchsvolle Definition von Industrie 4.0 zugrunde gelegt: die durchgängige Digitalisierung der gesamten physischen Assets und Prozesse nicht nur innerhalb einzelner Unternehmen, sondern über ganze Wertschöpfungsketten hinweg – die Autoren der Studie sprechen von „digitalen Ökosystemen“. Eine Erkenntnis lautet, dass Industrie 4.0 das Hype-Stadium verlassen hat und ein „globales Phänomen“ ist, wie Jesper Vedso bei der Präsentation der Studie betonte. Vedso, der bei PwC für das Thema Industrie 4.0 zuständig ist, bezeichnet die Digitalisierung als „game-changer“ – die Welt der Industrie werde sich dadurch von Grund auf ändern.
 
Offenbar sehen das die direkt Betroffenen auch so. Laut der Studie wollen die Unternehmen bis 2020 pro Jahr insgesamt fünf Prozent ihres digitalen Umsatzes in Industrie-4.0-Lösungen investieren. Das wären rund 900 Milliarden US-Dollar, rechnet PwC vor. „Die Hälfte davon geht in die digitale Infrastruktur, zum Beispiel in Software-Applikationen. 25 bis 30 Prozent fließt in die Anschaffung von Hardware, dazu gehören Sensoren oder auch mobile Geräte zur Nachverfolgung von Sendungen. Mit dem Rest werden vor allem Qualifizierungsmaßnahmen finanziert“, erläuterte Reinhard Geissbauer, Industrie-4.0-Experte von PwC in der Region EMEA.
 
Apropos Qualifizierung: Das größte Hindernis für die Realisierung der hochfliegenden Pläne sehen die Unternehmen in einem Mangel an Spezialisten. Dies gilt besonders für den Bereich Data Analytics. Darunter wird die Erfassung und Auswertung großer Datenmengen verstanden – eine Kompetenz, die nach Einschätzung der PwC-Autoren für den Erfolg von Industrie 4.0 unabdingbar ist. Derzeit nutzen deutsche Unternehmen diese Methode vor allem, um die Effizienz zu steigern und besser planen zu können. Wenn es nach den von PwC befragten Managern geht, soll die Datenanalyse künftig aber auch als Grundlage für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen dienen oder einem besseren Verständnis der Kundenwünsche den Boden bereiten. Neben fehlenden technischen Voraussetzungen sind es insbesondere Wissensdefizite, die dem entgegenstehen: 57 Prozent der von PwC befragten Manager nennen fehlende Qualifikationen der Mitarbeiter als größte Herausforderung für Data Analytics und nicht einmal jedes fünfte Unternehmen verfügt über eine eigene Abteilung für die Analyse und Verarbeitung von Daten.
 
Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von Einkäufer im Markt.
Die Fachzeitschrift für Einkaufsleiter und strategische Einkäufer.
 

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