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Verhandlungen auf einem ganz neuen Level

Die Digitalisierung schreitet von Tag zu Tag weiter voran und bringt immer wieder neue, interessante Lösungen mit sich. Augmented Reality ist schon lange nicht mehr nur Teil von Sciences-Fiction Filmen, sondern ist in der Arbeitswelt in manchen Bereichen fest integriert und wächst weiter. Eine bedeutende Hardwarelösung der erweiterten Realität ist die Datenbrille. In einer Datenbrille sind Computer, Kamera, Mikrofon und Akku auf kleinstem Raum verbaut. Ähnlich wie bei einem Smartphone sind alle Komponenten in dem System untergebracht. Die Brille liefert dem Träger ein halbtransparentes Display mit Inhalten. In der Industrie sind sie vereinzelt schon in der Produktion und der Logistik im Einsatz, um dort die Mitarbeiter mit Daten zu versorgen.

 

Auch vor dem Einkauf macht Industrie 4.0 und Augumented Reality nicht Halt. Klassische Verhandlungsgespräche lassen sich technisch unterstützen. Sobald die Prozessorleistungen und Echtzeitdatenverarbeitung verbessert werden und einsatzfähig sind, lässt sich die Datenbrille für Verhandlungsgespräche nutzen. Die entsprechende Person wird mit der richtigen Hardware, wie Datenbrille und Kopfhörer für die Verhandlung ausgestattet. Die Technik wird in der Lage sein, Mimik, Gestik und Sprache des Gegenübers zu erkennen und per Video- und Sprachanalyse in Echtzeit auszuwerten und Feedback zu geben. Es ist vorstellbar, dass das System den Verhandlungspartner durchschauen kann und jegliche Anzeichen von Müdigkeit, Nervosität, Hunger oder Momente von Unkonzentriertheit erfasst. Der Träger bekommt direkt Feedback und kann treffend auf die Situationen reagieren. Typische Fragen, die man sich während der Verhandlung stellt, (wie z.B. „War die Aussage glaubwürdig? Ist die Höhe des Angebotes ein Bluff?“) wird die Technik analysieren und beantworten können.

 

Es wird noch eine Weile dauern bis solche Szenarien realistisch werden, aber es zeigt, in welche Richtung es geht und was alles möglich ist. Die Einkäufer von morgen gehen Hand in Hand mit Big-Data-Analyse, Industrie 4.0 und künstlicher Intelligenz. Auf der anderen Seite stehen Bedenken auf der moralischen und ethischen Schiene, doch Zögern ist die falsche Entscheidung. Es birgt die Gefahr, Fähigkeiten nicht weiter zu entwickeln und Chancen zu verpassen.

 

Das heißt für Sie: Halten Sie Ihre Augen offen, bleiben Sie interessiert und arbeiten Sie an Ihrem Pokerface 😊.

 

(Quelle (Buch): Einkauf 4.0 – Digitale Transformation der Beschaffung; Florian C. Kleemann, Andreas H. Glas; 2017, Springer Gabler)